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hansi
dietrich
geboren 1958 in Wien
bis 1990 Arbeitsleben
ab1990 Lebensarbeit
http://www.fraueneder.com/dietrich/
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Hansi
Dietrich,
der Energie-Anstosser
Dies
ist eine wahrlich internationale Ausstellungseröffnung:
Ein Vorarlberger, der über Wien nach Salzburg kam und jetzt dort lebt,
spricht über einen Wiener, der in Oberösterreich lebt und jetzt in Wien
ausstellt. Das sind eben die Zufälle.
Hansi Dietrich, der Mann dieses Abends, hat auch ein gutes Verhältnis
zum Thema Zufall. Ihm gefällt dieses Wort. ZU-FALLEN, im Sinne von guten
Dingen, die man gerne entgegennimmt.
Doch einer, der gerne abwartet und sich die Dinge in den Schoß fallen
lässt ist Hansi Dietrich ganz sicher nicht: Er ist es eher, der seine
Umwelt wie ein Strudel in seine Kunst hineinzieht. Er setzt einem nicht,
wie schlichtgestrickte andere Maler, einfach etwas vor die Nase. Nein,
er ist lästig. Er liebt es, die anderen zu provozieren, sie aus der allzu
bequemen Position des Betrachters herauszureißen.
Hansi
Dietrich schafft es, anderen Menschen klar zu machen, dass es unter Umständen
viel lustiger sein kann, selbst auch kreativ zu werden als einfach nur
zu schauen und den Maler einen guten Mann sein zu lassen. Er ist eigentlich
so eine Art ANIMATEUR:
Nicht einer, der Touristen zum Malen mit Fingerfarben anregt. Sondern
einer, der im Sinne des Wortes handelt: Er regt ANIMA und ANIMUS an- Seele
und Geist. Er erzeugt Schwingungen.
Das
geht zum Beispiel so: Hansi Dietrich benützt die Zusammenrottung einer
größeren Bürogemeinschaft, nennen wir das Ganze SOMMERFEST, dazu, die
Büroleute an die Wurzeln ihrer Kreativität zurückzuführen. Diese ist wahrscheinlich
in den vielen Jahren, in denen sich diese Menschen hauptsächlich mit feuerfesten
Materialien beschäftigen, ziemlich verschüttet worden. Jetzt kommt der
Künstler und bläst in ein ganz alte Glut hinein.
Wie macht er das? Dietrich gibt eine 2 x 10 Meter große Leinwand her und
lädt ein, diese gemeinsam zu bepinseln. Die lockere Stimmung des Sommerfestes
ist natürlich ein guter Rahmen. Da ist die Krawatte gleich gelockert.
Da wagt sich der Herr Abteilungsleiter auch mal aus seinem Panzer. Es
entsteht also ein Riesentrumm von Bild.
Wenn Sie's nicht wissen, werden Sie's nicht erraten, was mit dem Werk
dann geschah!?
In Portionen von 40 x 140 cm tauchte das gemeinsame Gepinsel dann im riesigen
Bürohaus der Feuerfest-Leute wieder auf. Aber nicht einmal im Foyer, sondern
zehnfach, vielfach, an jeder Ecke. Kunst also nicht als Dekoration, die
die Geschäftsleitung aussucht oder verordnet, sondern als ein Kreislauf,
an dem auch die , die sich's jetzt anschauen, beteiligt waren.
Ich
denke, dass diese Art von Kunst-Entstehung jenen Menschen, die jeden Tag
in den Twin-Tower-Büros sitzen und Feuerfest-Materialien verkaufen, ein
gutes Gefühl gibt.
Als mir die Leiterin unseres Magazins ANWALT AKTUELL, Frau Magister Brigitte
Gruber, ihre Reportage zum Thema "Kunst zum Sitzen von Menschen die
sitzen" zeigte, da habe ich gleichsam auf einen Blick erkannt, was
für eine besondere Energie in diesem Künstler Dietrich steckt.
Wir kennen die üblichen Gefängnisprojekte, die ziemlich trostlos sind.
Anders bei Dietrich: Er stellte den Knackis nicht die Aufgabe, zum Beispiel
ihre böse Tat oder ihr Bild von der schönen Welt außerhalb des Knast zu
zeichnen, nein, er kommt mit einem alten Sofa daher und sagt: Nun machen
wir mal.
Am Ende des gemeinsamen schöpferischen Prozesses steht ein Objekt aus
einem Sofa und einem Tryptychon darüber. Das Ganze wird für "Licht
ins Dunkel" gespendet. Sie sehen schon wieder: Da ist keine Spur
von Spitzweg-Idyll, wo der Maler in seinem Kämmerchen etwas ausheckt und
dann auf die Menschen loslässt.
Bei
Hansi Dietrich muss es immer ein Art Prozess sein. Er braucht den Fluss
der Energie, und am liebsten ist's ihm dann, wenn möglichst viele Menschen
einbezogen werden können. Das hat schon auch etwas Missionarisches! Dietrich
trägt mit sich den festen Glauben herum, dass Kunst dazu da ist, die Welt
schlicht gesagt SCHÖNER zu machen.
In einer Zeit, in der gerade ein offenbar verwirrter amerikanischer Präsident
eine Riesenarmee gegen einen relativ winzigen Wüstenstaat in Stellung
bring, um den Ölfluss noch ein bisschen flüssiger zu machen, in so einer
Zeit schauen wir geradezu gerührt auf einen, der auszog, die Welt ein
Stück schöner zu gestalten.
Hansi Dietrich, der - ehemals als Installateur, heute als Künstler - immer
schon vom FLIESSENDEN fasziniert war, lebt auf, wenn er Energie in Schwingung
versetzen kann.
Ich glaube, er träumt in seinem entlegenen Paradies im oberösterreichischen
Sauwald davon, eines Tages die wirklich große Aktion durchzuführen. Eine
Aktion, an der praktisch alle Menschen der Welt teilnehmen. Zum Beispiel,
indem wir, und zwar jeder auf seinem Platz, von China bis Neuseeland,
den GLOBUS umfärben.
Ich kann mir gut vorstellen, die Dietrich uns alle dirigiert, damit wir
den blauen Planeten artig auf GELB-ORANGE umpinseln: Er würde als Regisseur
der Aktion in einem Spaceshuttle sitzen und am Ende sagen: Schau dir das
an! Des hot Kraft!!!
Mehrmals lese ich in den Unterlagen des Künstler Folgendes: "Am Ende
werde ich erkennen, dass ich dieses Spiel, das Leben heißt, verloren habe.
Aber bis dahin lasst mich Leben spielen!" Ich finde das ziemlich
kokett.
Hier verbindet sich Hansi Dietrich mit vielen großen Künstlern, die die
tatsächliche Folgenlosigkeit ihres Schaffens beklagen. Das sind etwa Schriftsteller,
die damit hadern, die Welt mit ihren Texten nicht verbessern zu können.
Oder Maler, die das Gefühl haben, ihre Abbildung der Schlechtigkeit des
Menschen habe keinen einzigen daran gehindert, trotzdem schlecht zu sein.
"Das Spiel, das Leben heißt" gewinnt Hansi Dietrich für mich
in jeder Klasse: Im Wirtshaus, wenn er mich wortreich auf falsche Spuren
führt, damit ich ihn ja nicht erkenne. Oder im Gefängnis, wenn er es schafft,
in ein paar schreckliche Tage neue Energie, Farbe und Kreativität einzuschmuggeln.
Oder hier, wenn er uns Objekte präsentiert, die gleichermaßen eine wunderliche
Geschichte in sich tragen wie - Sie sehen es ja selbst - toll wirken.
Hansi Dietrich ist ein Energie-ANSTOSSER, auch eine Energie-Trafo-Station
und ein guter künstlerischer Nachkomme Platons.
Der hat gesagt: Kunst sollte die Grundlage der Erziehung sein.
Der Künstler dieses Abends schafft zweierlei. Er ERZIEHT und er ERFREUT
uns!
Dietmar Dworschak über den Künstler Hansi Dietrich
anlässlich der Ausstellungseröffnung in Wien am 3.Dezember 2002.
"Hans im Glück"
Transplantation rettet Dietrichs Leben
Die jahrelange, bisher unentdeckte Erkrankung an Hepatitis C hat Dietrichs
Leben ab Herbst 2003 grundlegend geändert.
Eine möglichst rasche Lebertransplantation war der einzige, lebensrettende
Ausweg.
Am 26.Mai 2004 war es soweit: Das hochkarätige Ärzteteam der Universitätsklinik
Innsbruck um Dr. Margreiter und Dr. Bonatti transplanitieren Dietrich
erfolgreich ein Spenderorgan.
Dank dem Lebensretter, Dank dem Spender, Dank dem Ärzteteam, Dank allen,
die hansi auf dem Genesungsweg so zahlreich, positiv und wertvoll unterstützt
haben.
Pressemitteilung 24. Juni 2004

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